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Vergüten im Vakuum

Das Vergüten ist eine Kombination von Austenitisieren und Abschrecken, dem eigentlichen Härten, gefolgt von einem Anlassvorgang. Über das Anlassen können die spezifizierten Parameter, wie Härte oder Zugfestigkeit, eingestellt werden. Je nach Anlasstemperatur bzw. optischen Ansprüchen an das Bauteil, kann das Anlassen unter Luft- / Stickstoffatmosphäre oder im Vakuum durchgeführt werden. Nach dem Anlassen unter Vakuum weisen die Bauteile keinerlei Anlassfarben auf. 
Das Erwärmen auf Härtetemperatur erfolgt in allen unseren Anlagen unter Vakuum bzw. unter Konvektion, wobei mit Inertgasen wie Stickstoff oder Argon gearbeitet wird. Dies bringt erhebliche Vorteile durch den Entfall bzw. die drastische Reduzierung von nachgelagerten Hartbearbeitungsoperationen, da die Bauteile eine randentkohlungs- und randoxidationsfreie Oberfläche aufweisen und dadurch entkonturnah vorgearbeitet werden können. Zusammen mit der folgenden, trockenen Abschreckung mit bis zu 18 bar Stickstoffüberdruck in einer separaten, kalten Abschreckkammer ergeben sich hinsichtlich der Bauteilqualität folgende entscheidende Vorteile gegenüber der konventionellen Wärmebehandlung mit Öl-, Salz- oder Polymerabschreckung:

  • randentkohlungs- und randoxidationsfreies Gefüge
  • trockene und metallisch blanke Bauteile
  • aufwändige Nachreinigung entfällt
  • Restschmutz in und auf den Bauteilen ist minimal
  • geringere Maß- und Formänderungen, da das Aufheizen sehr gleichmäßig erfolgt und bei der Abschreckung keine Dampfblasenbildung auftritt (kein Leydenfrost´sches Phänomen)
  • die Abschreckintensität kann über den Gasdruck an das Bauteil und den Werkstoff angepasst werden, wodurch Verzüge bei dünnwandigen und formkomplexen Teilen auf ein Minimum reduziert werden können

Allerdings können mit unserer Anlagentechnik nicht alle Stahlqualitäten erfolgreich vergütet werden.
Typische Vergütungsstähle, wie 42CrMo4 und 50CrMo4 aber auch C75, können abhängig vom Querschnitt problemlos vollmartensitisch vergütet werden. Höherlegierte Einsatz-, Vergütungs- und Werkzeugstähle sind generell besser für eine Vakuumwärmebehandlung in unseren Anlagen geeignet.

Für komplexe Bauteile mit besonders hohen Anforderungen an den Verzug, stehen innovative Chargiergestelle aus extrem temperatur- und formstabilem kohlefaserverstärktem Kohlenstoff (CFC) zur Verfügung. Mithilfe des im Hause vorhanden CAD- Systems können bauteilspezifische Vorrichtungen und Chargierhilfsmittel konstruiert werden, die eine besonders verzugsarme Behandlung ermöglichen.

Der Vakuum-Wärmebehandlung dürfen nur saubere, trockene sowie öl- und fettfreie Bauteile zugeführt werden. Falls Ihnen die Vorreinigung selbst nicht möglich ist, übernehmen wir dies gern für Sie.
Ebenso können die Bauteile nach dem Abschluss der Wärmebehandlung bei uns konserviert werden.

Nutzen auch Sie die Vorteile der Vakuumwärmebehandlung für Ihre Bauteile! Unsere technische Abteilung berät Sie gern!

  

Oberflächenoptik und Kerngefüge eines im Vakuum vergüteten Bauteils